Der neue Familienbonus Plus

19. März 2018

Das Regierungsprogramm 2017-2022 zeigt eine Menge neuer steuerlicher Vorhaben. Es bleibt abzuwarten, ob diese eingehalten werden.

Neben der Senkung des Umsatzsteuersatzes für Übernachtungen von 13 auf 10 %, plant die Regierung für Dienstnehmer bei niedrigen Entgelten den Arbeitslosenversicherungsbeitrag zu senken. Ebenso soll ab 2019 die Höhe der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages für Kinder, die sich ständig in der EU/EWR oder der Schweiz aufhalten, auf Basis des veröffentlichten vergleichbaren Preisniveaus angepasst werden. Darüber hinaus plant die Regierung eine Steuerform und Neukodifizierung des Einkommensteuergesetzes, das auch eine Steuersenkung im Rahmen einer Tarifreform vorsieht. Ebenso sollen Lohnnebenkosten, wie Dienstgeberbeitrag, Unfallversicherung etc. gesenkt werden.

Ab dem Jahr 2019 soll der „Familienbonus Plus“ eingeführt werden. Pro Kind soll dadurch für die Eltern die Steuerbelastung um € 1.500,00 pro Jahr reduziert werden. Sofern Anspruch auf Familienbeihilfe besteht und das Kind in Österreich lebt, steht der Bonus bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zur Verfügung. Sobald die Kinder volljährig sind und für diese Familienbeihilfe bezogen werden, soll der jährliche Anspruch auf den Familienbonus auf € 500,00 reduziert werden.

Der Familienbonus kann entweder direkt im Rahmen der Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt oder mit der Arbeitnehmerveranlagung beantragt werden. Der steuerliche Absetzbetrag steht pro Kind zu und kann wahlweise von einem Ehepartner in Anspruch genommen bzw. auf beide Ehepartner aufgeteilt werden.

Leben die Ehepartner getrennt, soll die Aufteilung auf beide Eltern erfolgen. Diese hat das Ziel, dass die Bedürfnisse des Kindes bestmöglich abgedeckt werden. Für geringverdienende Alleinverdiener, die wenig oder keine Steuern bezahlen, soll der Alleinverdienerabsetzbetrag erhöht werden, um eine adäquate Berücksichtigung des Familienbonus zu garantieren. Der „Familienbonus Plus“ wird den derzeitigen Kinderfreibetrag sowie die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten ersetzen.

Da der Familienbonus als Absetzbetrag konzipiert ist, verringert er direkt die Steuerbelastung. Die derzeitig gültigen abzugsfähigen Kinderbetreuungskosten sowie der Kinderfreibetrag haben lediglich die Steuerbemessungsgrundlage reduziert. Der Familienbonus im Ausmaß von € 1.500,00 pro Kind wirkt sich daher für fast alle Steuerpflichtigen positiv aus.