Elektroauto JA oder NEIN – Ein Vergleich ausschließlich auf Basis der Kosten

27. November 2017

Für reine Elektroautos gibt es derzeit eine Menge steuerlicher Begünstigungen und andere Kostenvorteile. Dem gegenüber steht der wesentlich höhere Kaufpreis als Kostennachteil. Ob das eine das andere aufwiegt, soll nun anhand eines Beispiels untersucht werden. Zu beachten ist, dass die Preise lediglich eine Momentaufnahme (September 2017) darstellen.

Die Vorteile des E-PKW:

.) Der Vorsteuerabzug bis zu Anschaffungskosten von brutto € 40.000,00 ist zulässig (dem Tesla hilft das nicht)
.) Befreiung von der NOVA (ein Elektronikauto hat ja auch keinen Normverbrauch)
.) Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer
.) Diverse Förderungen
.) kein Sachbezug für Dienstnehmer

Verglichen werden soll ein VW E-Golf 136 PS, Listenpreis € 38.690,00 und ein VW Golf Comfortline Benziner 130 PS, Listenpreis € 26.033,00. Der Käufer ist vorsteuerabzugsberechtigt, die Autos haben Serienausstattung, wobei der E Golf serienmäßig eine bessere Ausstattung hat. Das KFZ soll einem Dienstnehmer zur Verfügung gestellt werden, der damit auch unlimitiert Privatfahrten unternehmen kann.
Der Mehrpreis für das Elektroauto beträgt somit lt. Listenpreis € 12.667,00.
Abzüglich der gewährten Rabatte (€ 3.723,00 beim Benziner und € 2.290,00 beim Elektrogolf) sowie nach Abzug des Mobilitätsbonus (€ 1.800,00), der Bundesförderung (€ 1.500,00) und des Vorsteuerabzuges beim E-KFZ schrumpft der Kostenvorteil des Benziners auf € 5.033,00.

Wie sieht es beim laufenden Betrieb aus?
Die Abschreibung ist beim Elektroauto aufgrund der höheren Anschaffungskosten um € 629,00 höher (Basis 8 Jahre Nutzungsdauer), dafür erspart man sich die motorbezogene Versicherungssteuer (€ 539,00). Als Treibstoffersparnis bei gleicher Laufleistung wurde (€564) angenommen, weshalb es zu einem jährlichen Kostenvorteils von € 474,00 für das Elektroauto kommt. Die Servicekosten und der tatsächliche Wertverlust wurden mangels langfristiger Schätzung nicht in die Rechnung aufgenommen.

Zwischenergebnis:

Höhere Anschaffungskosten von € 5.033,00 für das Elektroauto steht ein Kostenvorteil von € 474,00/pro Jahr aus dem laufenden Betrieb gegenüber. Der Benziner ist nach wie vor günstiger, jedoch ist der Unterschied bei weitem nicht mehr so gewaltig.
Wirklich interessant wird es, wenn man den Sachbezug in die Betrachtung mit einbezieht. Das Elektroauto ist bei Dienstnehmern vom Sachbezug befreit, für den Benziner muss ein monatlicher Sachbezug von 1,5 % der Anschaffungskosten angesetzt werden. Das sind bei Anschaffungskosten von € 22.300,00, monatlich € 334,50.
Der Dienstnehmer erspart sich pro Jahr Abgaben von einer Bemessungsgrundlage von € 4.014,00, was sich mit einer Abgabenersparnis von ca. € 1.500,00 – € 2.000,00/pro Jahr zu Buche schlägt. Der Dienstgeber erspart sich die darauf anfallenden Lohnnebenkosten, das sind rund 30,5 % oder € 1.224,00 pro Jahr. Und spätestens jetzt hat sich das Blatt gewendet, und die Amortisationszeit der Mehrkosten ist unglaublich kurz.

Sollten Sie daher an die Anschaffung eines neuen Firmenautos für einen Mitarbeiter denken, lohnt der Gedanke an ein Elektroauto trotz höherer Anschaffungskosten allemal. Zusätzlich können möglicherweise regional unterschiedliche Landes- oder Gemeindeförderungen lukriert werden. Auch diese sind in die Berechnung nicht eingeflossen.

Quelle: E-Autos, Georg Wilfing Graz, Aktuelle Steuerfragen, praxisnah aufbereitet, Gewinn-Seminar 2017