Fixkostenzuschuss 800.000

1. Dezember 2020

Vorweg: Der überwiegende Teil der geförderten Zeiträume liegt in der Zukunft. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung der nächsten Monate ist sehr schwierig bis unmöglich. Sofern es die Liquidität zulässt, sollte mit der Antragstellung noch gewartet werden bis die Umsatz- und Fixkosten für die gewünschten Zeiträume bekannt sind. Damit erreichen wir ein optimales Ergebnis für Sie.

Die Verlängerung des Fixkostenzuschuss‘ – „Fixkostenzuschuss 800.000“ genannt – wurde beschlossen. Ursprünglich sollte dieser „Fixkostenzuschuss 2“ bereits ab Mitte September beantragt werden können, dies war jedoch mangels Genehmigung durch die EU in der ursprünglichen Form nicht möglich. Seit 23.11.2020 kann der Fixkostenzuschuss 800.000 nunmehr in abgeänderter Form beantragt werden.

Nachfolgend möchten wir Ihnen die derzeit bekannten Eckdaten zu dieser Förderung und wie sie diese beantragen können kurz darstellen.

Wir ersuchen um Verständnis, dass wir bei den derzeitigen raschen Beschlussfassungen nur jene Informationen an Sie weitergeben können, die uns vorliegen und sich die Bestimmungen – auch für uns überraschend – immer wieder kurzfristig ändern und wir oft auch nur sehr kurzfristig Informationen erhalten.

Wir tun unser Bestes, um Ihnen so rasch und unkompliziert als möglich zu helfen!

 

Wer kann den Antrag stellen?

 

Voraussetzungen:

  • Das Unternehmen hat seinen Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich.
  • Das Unternehmen übt eine operative Tätigkeit in Österreich aus, die zu Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb führt.
  • Das Unternehmen erleidet einen durch die Ausbreitung von COVID-19 verursachten Umsatzausfall von mindestens 30 %.
  • Das Unternehmen hat einnahmen- und ausgabenseitige schadensmindernde Maßnahmen im Rahmen einer Gesamtstrategie gesetzt um die durch den FKZ 800.000 zu deckenden Fixkosten zu reduzieren (Schadensminderungspflicht mittels ex ante Betrachtung).
  • Das Unternehmen darf sich am 31.12.2019 bei abweichendem Wirtschaftsjahr zum letzten Bilanzstichtag das vor 31.12.2019 endet, nicht in Schwierigkeiten gem. EU-Definition (dh im Wesentlichen: negatives Eigenkapital) befunden haben (ausgenommen: Klein- oder Kleinstunternehmen)
  • zum Zeitpunkt des Antrags darf weder ein Insolvenzverfahren eröffnet, noch die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag der Gläubiger erfüllt sein.
  • Erhaltung der Arbeitsplätze (Kurzarbeit ist unschädlich)
  • Entnahmen bzw. Gewinnausschüttungen vom 16.03.2020 bis 31.12.2021 sind an die wirtschaftlichen Verhältnisse anzupassen bzw. keine Gewinnausschüttungen vom 16.03.2020 bis 30.06.2021 außer rechtlich zwingende Ausschüttungen

Keinen Anspruch auf FKZ 800.000 haben unter anderem:

  • Bestimmte Unternehmen des Finanzsektors.
  • Öffentliche Einrichtungen und deren Unternehmen.
  • Unternehmen die Zahlungen aus dem Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds erhalten
  • Neu gegründete Unternehmen, die vor 16.9.2020 noch keine Umsätze erzielt haben.
  • Unter gewissen Voraussetzungen führen zum Ausschluss: Finanzstrafe innerhalb der letzten 5 Jahren, in den letzten 5 Jahren vom Abzugsverbot gem. § 12 Abs Z 10 KStG betroffen, Niederlassungen in bestimmten Ländern unter bestimmten Voraussetzungen, in den letzten 3 Jahren Missbrauch iSd BAO.

Was sind Fixkosten im Rahmen des FKZ 800.000?

  • Geschäftsraummieten und Pacht, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen
  • Zinsaufwendungen, für Kredite und Darlehen, sofern diese nicht an verbundene Unternehmen als Kredite oder Darlehen weitergegeben wurden
  • Betriebliche Versicherungsprämien
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Aufwendung für Telekommunikation, Energie- und Heizungskosten
  • Wertverlust bei verderblicher oder saisonaler Ware, sofern diese aufgrund der COVID-19-Krise mindestens 50 % des Wertes verlieren. (Kann im Rahmen der Tranche 1 nur dann beantragt werden, wenn der Wertverlust ermittelt werden kann.)
  • ein angemessener Unternehmerlohn für einkommensteuerpflichtige Unternehmen (maximal EUR 2.666,67 pro Monat pro Unternehmer)
  • Personalaufwendungen, die ausschließlich für die Bearbeitung von krisenbedingten Stornierungen und Umbuchungen anfallen
  • Steuerberater-, Wirtschaftsprüfer- oder Bilanzbuchhalterkosten für die Antragstellung (maximal EUR 1.000) für Unternehmen, die einen FKZ 800.000 von unter EUR 36.000 beantragen
  • Aufwendungen für sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen

Neu beim FKZ 800.000:

  • Absetzung für Abnutzung (AfA) von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, wenn das betreffende Wirtschaftsgut unmittelbar der betrieblichen Tätigkeit dient und vor dem 16. März 2020 angeschafft wurde
  • Übertragung AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter die primär für die Umsatzerzielung eingesetzt werden und nicht Eigentum des Unternehmens sind
  • Leasingraten der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten
  • Aufwendungen für Geschäftsführerbezüge eines Kapitalgesellschafts-Geschäftsführers (maximal EUR 2.666,67 pro Monat)
  • Personalaufwendungen zur Gewährleistung eines Mindestbetriebes und Vermeidung einer vorübergehenden Schließung (unabhängig von der Auslastung)
  • Endgültig frustrierte Aufwendungen: Aufwendungen (1. Juni 2019 bis 16. März 2020) die konkret als Vorbereitung zur Umsatzerzielung im Betrachtungszeitraum verursacht wurden, wobei der geplante Umsatz aufgrund von COVID-19 nicht realisiert werden konnte
  • Direkte Leistungsbeziehungen zwischen verbundenen Unternehmen, wenn sie angemessen und fremdüblich sind und vor dem 16. März 2020 verrechnet wurden

→ Leistungen aus sonstigen Versicherungen, die diese Fixkosten im Versicherungsfall abdecken, kürzen die geförderten Fixkosten

Wie hoch ist der Zuschuss und wie wird er berechnet?

  • Die Fixkosten werden in prozentueller Höhe des Umsatzausfalls des gewählten Betrachtungszeitraumes ersetzt, dh Ersatzrate = Umsatzausfall (zB Umsatzausfall 2020 vs 2019 45%  45% der geförderten Fixkosten werden ersetzt).
  • Der Zuschuss beträgt bis zu EUR 800.000,00.
  • die Obergrenze von EUR 800.000 Euro wird insbesondere durch folgende Förderungen gekürzt: Lockdown-Umsatzersatz; Covid-19-Kredithaftungen im Ausmaß von 100 Prozent, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht zurückbezahlt wurden; Covid-19-Zuwendungen von Bundesländern, Gemeinden oder regionalen Wirtschafts- und Tourismusfonds.

Für welche Zeiträume kann der Zuschuss beantragt werden?

Es können bis zu 10 zusammenhängende Zeiträume oder zwei Blöcke mit einer Unterbrechung, aus folgenden Betrachtungszeiträumen gewählt werden:

  • 9.-30.9.2020
  • Oktober 2020
  • November 2020
  • Dezember 2020
  • Jänner 2021
  • Februar 2021
  • März 2022
  • April 2021
  • Mai 2021
  • Juni 2021

 Wurde für das ganze Monat November 2020 ein lock-down Umsatzersatz (s. separate newsletter) ausgezahlt, so besteht für dieses Monat kein Anspruch auf Fixkostenzuschuss 800.000.

Pauschale Ermittlung für kleine Unternehmen

Unternehmen, die im – zum Zeitpunkt der Antragstellung – zuletzt vorliegenden Steuerbescheid, weniger als EUR 120.000 Umsätze erzielt haben und die die überwiegende Einnahmequelle des Unternehmers darstellen, können den Fixkostenzuschuss 800.000 pauschaliert in Höhe von 30% des Umsatzausfalles (max. EUR 36.000) beantragen.

Wann und wie kann ein Antrag gestellt werden?

  • Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen.
  • Bei der ersten Tranche werden 80% des voraussichtlichen Gesamtzuschusses
  • Die Antragstellung für die erste Tranche ist ab 23.11.2020 bis 30.6.2021 möglich.
  • Mit der zweiten Tranche wird der Restbetrag des Zuschusses ausbezahlt. Die Antragstellung ist ab 1.7.2021 bis 31.12.2021 möglich.
  • Die Antragstellung erfolgt via Finanz-Online.
  • Für Zuschüsse, die EUR 36.000 nicht überschreiten, ist zur Beantragung der ersten Tranche kein Steuerberater erforderlich (in der zweiten Tranche jedoch schon).
  • Für Zuschüsse die aufgrund er pauschalen Ermittlung für Kleinunternehmer (s.o.) beantragt werden, ist weder in der ersten noch in der zweiten Tranche ein Steuerberater erforderlich.

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie die Antragstellung durch uns, so ersuchen wir um Mitteilung an Ihre zuständige Sachbearbeiterin/Ihren zuständigen Sachbearbeiter oder an office@wth.at. Wir senden Ihnen die für die Erstellung des Antrags erforderlichen Unterlagen.

Weiterführende Informationen zum Fixkostenzuschuss 800.000 finden Sie unter folgenden Links:

https://www.bmf.gv.at/public/informationen/fixkostenzuschuss.html#Fixkostenzuschuss800000

https://www.fixkostenzuschuss.at/

Kosten

Wünschen Sie die Antragstellung durch uns bzw. die Prüfung, ob Sie antragsberechtigt sind, so verrechnen wir den hierfür entstehenden Aufwand nach Zeit – selbstverständlich zu einem günstigen Stundensatz. Auch alle Anfragen rund um den Fixkostenzuschuss 800.000 werden – wie für die sonstigen Corona-Förderungen auch – nach Zeitaufwand verrechnet.

Wir bemühen uns in jedem Fall um eine möglichst rasche Bearbeitung, ersuchen jedoch um Verständnis, dass es sich hier um eine gänzlich neue Förderung handelt, viele Fragen immer noch offen sind und wir für die korrekte und bestmöglichste Bearbeitung ein wenig Zeit benötigen werden.

Bei Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung!

Bleiben Sie gesund und optimistisch!

Ihr WTH-Team

Diese Klienteninformation wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Es handelt sich um allgemeine Informationen die eine Beratung im Einzelfall nicht ersetzen können. Alle Informationen ohne Gewähr. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität.