Homeoffice – Änderungen in der Lohnverrechnung?

1. April 2021

Wie Sie mit Sicherheit gehört haben, werden durch das aktuelle Homeoffice-Gesetzespaket zahlreiche neue Regeln für das Arbeiten im Homeoffice geschaffen. Der steuerliche Teil des Gesetzespakets tritt rückwirkend mit 01.01.2021 in Kraft. Es sieht insbesondere eine Pflicht für Unternehmen vor, die Anzahl der Homeoffice-Tage am Lohnkonto und am steuerlichen Jahreslohnzettel (L16) zu erfassen.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob regelmäßig oder nur tageweise von zu Hause = remote = im Homeoffice gearbeitet wird.

Es sind nur jene Tage als „Homeoffice-Tage“ zu zählen, an denen ausschließlich zu Hause gearbeitet wird. „Mischtage“, an denen teils Homeoffice und teils Arbeitsleistungen im Betrieb, Außendienst oder Dienstreisen erfolgen, zählen nicht zu den „Homeoffice Tagen.“

Was ist zu tun?

Um eine Angabe der Anzahl der Homeoffice-Tage in den steuerlichen Unterlagen (Lohnkonto, L16) gewährleisten zu können, müssen Sie

  • die tatsächlichen Homeoffice-Tage in Ihren betrieblichen Aufzeichnungen datumsmäßig erfassen. Die Arbeitsaufzeichnungen sind entsprechend zu ergänzen. Damit sind Sie für spätere Kontrollen im Zuge von Lohnabgabenprüfungen gerüstet. Diese Aufzeichnung führen Sie bitte idealerweise ab 1. April 2021, spätestens aber ab 1. Juli 2021. Wir raten jedenfalls dazu mit April 2021 zu beginnen.
  • uns für die Monate Jänner, Februar und März 2021 die Anzahl an Homeoffice-Tagen pro Arbeitnehmer/in mitteilen (falls die Homeoffice-Tage nicht aufgezeichnet wurden, bitte die Anzahl schätzen),
  • uns ab April 2021 für jeden Kalendermonat die Anzahl an Homeoffice-Tagen pro Arbeitnehmer/in laut Ihren Aufzeichnungen

Bitte beachten Sie: Die Pflicht zur Erfassung der Homeoffice-Tage besteht unabhängig davon, ob von der Möglichkeit der Auszahlung einer abgabenfreien Homeoffice-Pauschale (bis zu € 3,00 pro Homeoffice-Tag für maximal 100 Tage pro Kalenderjahr) Gebrauch gemacht wird. Die Pflicht zur Angabe der Homeoffice-Tageszahl hat vor allem den Zweck, dem Finanzamt die Prüfung für die steuerliche Berechtigung von Arbeitnehmer/innen zur Geltendmachung von allfälligen Homeoffice-Kosten in der Arbeitnehmerveranlagung (z.B. für ergonomisch geeignetes Mobiliar) zu ermöglichen.

Sofern die Homeoffice Tage nicht am Lohnzettel (L16) aufscheinen, stehen weder dem Dienstnehmer noch dem Dienstgeber die Steuerbegünstigungen zu.

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund und optimistisch!

Ihr WTH-Team

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