KFZ-Privatanteil beim Gesellschafter/Geschäftsführer

18. Mai 2020

Seit der im Jahr 2018 erlassenen Verordnung über die Bewertung von Sachbezügen bestehen ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2018 unterschiedliche Möglichkeiten, die Nutzung des geldwerten Vorteils zu erfassen.

Je nach CO² Emissionswert können entweder 1,5 % oder 2 % der tatsächlichen Anschaffungskosten max. € 720,00 bzw. € 960,00 (bei 2 %) pro Monat als Sachbezugswert angesetzt werden. Bei Benutzung des Fahrzeuges von weniger als 500 km pro Monat bzw. 6.000 km pro Jahr ist ein Sachbezug im Ausmaß der Hälfte anzusetzen. Ergibt sich für ein Fahrzeug mit Sachbezug von 2 %, bei Ansatz von € 0,67 pro Kilometer privat veranlasster Fahrtstrecke ein um mehr als 50 % geringeren Sachbezugswert, bei lückenlos geführtem Fahrtenbuch, ist dieser anzusetzen. Bei wesentlich beteiligtem Gesellschafter/Geschäftsführer erscheint die Sachbezugswerteverordnung im Vergleich zu Arbeitnehmern allerdings unfair, da dem Arbeitnehmer das Verkehrsabsetzpauschale bzw. der Pendlereuro zusteht. Hier besteht die Möglichkeit, dass der wesentlich beteiligte Gesellschafter/Geschäftsführer mit der Kapitalgesellschaft eine entsprechende Vereinbarung abschließt, wonach die Geschäftsführertätigkeiten „frei Haus“ bezogen werden, wodurch die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht länger als privat veranlasst anzusehen sind. Der geforderte Nachweis des Fahrtenbuches ist allerdings zu führen.

Wenn der Gesellschafter/Geschäftsführer durch Vorlage eines Fahrtenbuches die tatsächlich privat gefahrenen Kilometer nachweist, kann die Privatnutzung des KFZ an der von der Kapitalgesellschaft getragenen Aufwendungen bemessen werden. Hier kann der Gesellschafter/Geschäftsführer, mit einem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch zumindest die Privatnutzung aufgrund des halben Sachbezugswertes erreichen. In den Lohnsteuerrichtlinien werden neben dem Fahrtenbuch auch andere Beweismittel als zulässig betrachtet, um den halben Sachbezugswert anzusetzen. Hier könnte in einer Differenzrechnung von der gesamten Kilometerleistung die dienstlich veranlassten Kilometer abgezogen werden, um die privat veranlassten Fahrten zu ermitteln. Laut einem VGH-Erkenntnis wurde entschieden, dass nicht zwingend ein Fahrtenbuch notwendig sei, somit der Nachweis auch durch andere Beweismitteln erfolgen kann.

Seit der Veranlagung 2017 ist es möglich, Reise- und Fahrtspesen – soweit Kostenersatz in gleicher Höhe gegenübersteht – als durchlaufende Posten zu betrachten. Daher ist es einem wesentlich beteiligten Gesellschafter/Geschäftsführer bei Berücksichtigung eines glaubhaften Privatanteils möglich, seine Abgabenerklärung richtig zu erklären ohne die Werte der Sachbezugswerteverordnung ansetzen zu müssen.