KFZ-Sachbezug bei wesentlich beteiligten Gesellschaftern-Geschäftsführern

18. Juni 2018

 

Seitens des Finanzministeriums wurde nunmehr in einer Verordnung vom April 2018 geregelt, wie die KFZ-Privatnutzung für Zwecke der Einkommensteuer bei wesentlich beteiligten Gesellschaftern-Geschäftsführern zu ermitteln ist.

Die neue Verordnung ist erstmalig bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2018 anzuwenden. Die Sachbezugswerteverordnung räumt für einen an einer Kapitalgesellschaft wesentlich Beteiligten (Anteil ist größer als 25 %) die Möglichkeit, ein von der Kapitalgesellschaft zur Verfügung gestelltes KFZ für privat veranlasste Fahrten zu benutzen.
Laut der Sachbezugswerteverordnung beträgt der neue Sachbezug genauso wie der Sachbezug bei Angestellten pro Monat 2 %, maximal EUR 960,00 bzw. davon abweichend 1,5 % (maximal EUR 27,00) für KFZ, die einen bestimmten CO² Emissionswert pro Kilometer im Jahr der Anschaffung/Erstzulassung nicht überschreiten. Der Emissionswert für das laufende Jahr beträgt maximal 124 g pro Kilometer. Davon abweichend ist für KFZ mit einem CO²-Emissionswert von 0 g pro Kilometer (E-Fahrzeuge) ein Sachbezugswert von Null anzusetzen. Wenn die monatliche Fahrtstrecke nachweislich nicht mehr als 500 km (bzw. nicht mehr als 6.000 km pro Jahr) beträgt, ist der halbe Sachbezugswert anzusetzen.

Wenn der geldwerte Vorteil aber auch nach den auf die private Nutzung entfallenden von der Kapitalgesellschaft getragenen Aufwendungen bemessen wird, kann von der o.a. Regelung abweichend der Privatanteil, z.B. durch Vorlage eines Fahrtenbuches, bemessen werden. Diese Begünstigung schlägt sich auch in der Umsatzsteuer auf die Bemessungsgrundlage für den Sachbezugswert durch, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer nicht als Unternehmer behandelt wird.

Diese Regelung, die nunmehr auch für die Einkommensteuer aufgrund der Verordnung anzuwenden ist und seit einiger Zeit bereits auf die Lohnnebenkosten nicht unbestritten anzuwenden war, treibt nunmehr auch die für die Eigennutzung der Firmenfahrzeuge zu bezahlende Einkommensteuer in ungeahnte Höhen. Diese Regelung, die als durchaus fiskalistisch zu bezeichnen ist, kann in Fällen zu einer weitaus höheren Steuerbelastung führen, als in der Kapitalgesellschaft Kosten entstehen, bzw. zu einer steuerlichen Privatnutzung führen, die die tatsächlich anfallenden Kosten bei weitem übersteigt.

Wenn der wesentlich beteiligte Geschäftsführer nicht in der Firma angestellt ist, zählte beispielsweise bisher die Strecke Wohnung-Büro zu den betrieblich gefahrenen Kilometern. Bei Angestellten gibt es das Verkehrsabsetzpauschale bzw. den Pendlereuro, aber für den wesentlich beteiligten Geschäftsführer ist hier keine Kostenabgeltung vorgesehen.

Da die Regelung erst für die Veranlagung 2018 anzuwenden ist, besteht bis dahin noch die Möglichkeit, diese Regelung zu überdenken.