Steuernews für 2018

5. Dezember 2018

Nachdem in den letzten Jahren die „Abgabenänderungsgesetze“ zumeist zweimal pro Jahr beschlossen wurden, möchte die seit 2017 in Amt befindliche Regierung möglichst nur durch ein Gesetz pro Jahr, welches die steuerlichen Änderungen des Jahres umfasst, den laufenden steuerlichen Änderungen folgen. Das Jahrsteuergesetz 2018 wurde Mitte August 2018 veröffentlicht.

Familienbonus Plus ab 2019
Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag von der Einkommensteuer in Höhe von € 125,00 pro Monat (€ 1.500,00 pro Jahr) und Kind bis zum Alter von 18 Jahren bei Anspruch auf Familienbeihilfe. Als Absetzbetrag vermindert er unmittelbar die Einkommensteuer, er kann jedoch nicht zu einer Negativsteuer führen. Wird für volljährige Kinder die Familienbeihilfe bezogen, so besteht Anspruch auf einen Absetzbetrag in Höhe € 41,68 pro Monat und Kind.
Der Familienbeihilfenberechtigte oder dessen Ehepartner können wahlweise Familienbonus zur Gänze in Anspruch nehmen. Ehepartner können den Familienbonus Plus aber auch je zur Hälfte von der Steuer abziehen. Wenn der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht (z.B. bei getrennt lebenden Eltern), so kann entweder der Familienbeihilfenberechtigte oder der Steuerpflichtige, dem der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, den Familienbonus Plus zur Gänze oder beide je zur Hälfte absetzen. Der Familienbonus Plus kann aber auch in einem anderen Verhältnis auf die Eltern aufgeteilt werden.

Per Verordnung wurden diverse Familienleistungen in Bezug auf Kinder, die sich ständig in anderen EU/EWR Staat oder in der Schweiz aufhalten, mittels eines Anpassungsfaktors dem jeweiligen Preisniveau des Landes angepasst. Bei Veranlagungsfällen zur Einkommensteuer kommt die Verordnung erstmals für das Kalenderjahr 2019 zur Anwendung. Diese Indexierung betrifft auch den Kinderabsetzbetrag, Alleinerzieher-, Alleinverdiener- und Unterhaltsabsetzbetrag. Für Kinder in Drittländern steht kein Familienbonus zu.

Neue Sozialversicherungswerte
Ab dem 01.01.2019 beträgt die Geringfügigkeitsgrenze € 446,81.

Die Höchstbeitragsgrundlage für Angestellte wird auf € 5.220,00 erhöht, für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlung auf € 6.090,00 p.M. sowie für Unternehmer auf € 73.080,00 p.a. Die Mindestbeitragsgrundlage im Rahmen der Pensionsversicherung beträgt pro Monat € 654,25 (pro Jahr € 7.851,00), die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung beträgt ab 01.01.2019 € 446,81 (€ 5.361,71 p.a.).

Die neue monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (MBGM) an die Gebietskrankenkasse
Ab 01.01.2019 ist die sogenannte Mindestangaben-Anmeldung nicht mehr möglich und das aktuell gebräuchliche Faxformular ist ab diesem Zeitpunkt ungültig. Ab Anfang Jänner 2019 wird es nur mehr in Ausnahmefällen möglich sein, eine sogenannte Vor-Ort-Anmeldung vor Arbeitsantritt mittels eines neuen Faxformulars per Fax oder Telefon zu erstatten. Erfolgt eine Vor-Ort-Anmeldung aufgrund einer kurzfristigen Ausnahmesituation, ist die Anmeldung jedenfalls binnen sieben Tagen nach Beginn der Pflichtversicherung in elektronischer Form nachzuholen.

Die MBGM setzt sich im Wesentlichen aus drei Teilbereichen zusammen, die unabhängig voneinander zu warten sind (Meldungen der Versicherungszeiten, Beitragsabrechnung und Beitragsgrundlagen, Meldung für den einzelnen Versicherungsnehmer). Gemäß dem bisherigen System sind seitens der Dienstgeber die Versicherungszeiten je Pflichtversicherer zu melden und laufend zu warten. Diese erfolgt durch die zu erstattenden Anmeldungen, Abmeldungen und Änderungsmeldungen.

Mit der Einführung der MBGM werden die bisher bestimmten drei geteilten Meldebereiche zusammengeführt. Dies wird in erster Linie dadurch ermöglicht, dass die bisherige Beitragsnachweisung mit dem jährlichen Lohnzettel – SV verschmolzen wird. Die neue personenbezogene MBGM löst auch die zahlreichen unterschiedlichen Meldungen (Lohnänderungsmeldung, Sonderzahlungsmeldung, etc.) in Beitragsvorschreibungen ab.

Die Einführung der MBGM bedient die umfangreiche Neuordnung des Melde- und Abrechnungssystems. Ausschlaggebend dafür ist, dass durch die MBGM nicht nur die Beitragsabrechnung und die Beitragsgrundlagenmeldung zusammengeführt, sondern auch größtenteils die Versicherungsverläufe der Pflichtversicherten gewartet werden. Künftig stehen lediglich die MBGM (samt Storno), die MBGM für fallweise Beschäftigte (samt Storno) und die MBGM für kürzer als einen Monat vereinbarte Beschäftigung (samt Storno) zur Verfügung.

Wegzugsbesteuerung
Die Anzahl der Raten, die eine allfällige Steuerlast bei Wegzug verteilt werden kann, sollt bezogen auf das Anlagevermögen von sieben Jahresraten auf fünf Jahresraten verkürzt werden.

Hinzurechnungsbesteuerung
In Umsetzung einer EU-Richtlinie wird im Körperschaftsteuergesetz eine Hinzurechnungsbesteuerung für niedrig besteuerte Passiveinkünfte einer ausländischen Körperschaft bzw. ausländischer Betriebsstätte geregelt. Unter Passiveinkünften werden z.B. Zinsen, Lizenzgebühren, Dividenden oder auch Einkünfte als Finanzierungsleasing, Versicherungen, Banken und Abrechnungsunternehmen verstanden. Sind die Voraussetzungen dieser neuen Regelung erfüllt, werden die Passiveinkünfte beim Gewinn der beherrschten Körperschaft hinzugerechnet.

Forschungsprämie
Es kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Forschungsprämie pro Jahr in Höhe von 14 % (ab 2018) der Forschungsaufwendungen geltend gemacht werden (soweit nicht durch steuerfreie Förderungen gedeckt). Bei eigenbetrieblicher Forschung hat der Steuerpflichtige ein Gutachten der Forschungsförderungsgesellschaft vorzulegen.

Erweiterung des Advance-Ruling
Ab 2019 soll das kostenpflichtige Advance-Ruling (Auskunftsbescheid über die abgabenrechtliche Beurteilung zukünftiger Sachverhalte) auch für internationales Steuerrecht und Missbrauch und ab 2020 auch für den Bereich der Umsatzsteuer möglich sein.

Begleitende Kontrolle
Für bestimmte Unternehmen wird es möglich werden, einen Antrag auf eine laufende begleitende Kontrolle des Finanzamtes zu stellen. Außenprüfungen sollen für diese Unternehmen dann nur mehr Ausnahme sein.