Steuernews für 2020

21. November 2019

Trotzdem zuerst zu befürchten war, dass die Steuerpläne der türkis-blauen Regierung aufgrund der Ereignisse vom Mai 2019 nicht umgesetzt werden, hat das Parlament kurz vor der Wahl im September 2019 noch steuerliche Legistikpakete verabschiedet, die zu einem Entlastungsvolumen von EUR 1,3 Mrd. führen.

USt-Befreiung für Kleinunternehmer

Ab 01.01.2020 wird die USt-Befreiung für Kleinunternehmer auf einen Betrag von EUR 35.000,00 angehoben. Diese Umsatzgrenze stellt auf die Bemessungsgrundlage bei unterstellter Steuerpflicht ab und ist als Nettobetrag zu verstehen. Bei einer einmaligen Überschreitung der Umsatzgrenze innerhalb von fünf Jahren um nicht mehr als 15 % ist die Überschreitung unbeachtlich.

Betriebsausgabenpauschale Neu

Im Rahmen der Gewinnermittlung für Kleinunternehmer war schon bisher die Inanspruchnahme eines Betriebsausgabenpauschales von 6 % bzw. 12 % möglich.

Ab 2020 ermöglicht eine neue Bestimmung eine weitere Möglichkeit pauschale Betriebsausgaben im Rahmen einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mittels zweier Pauschalsätzen anzusetzen. Diese belaufen sich auf 20 % für Dienstleister und 45 % für Betriebe, die Handel bzw. Produktion betreiben. Außer den SV-Beiträgen bzw. den Investitionsfreibetrag sind keine weiteren Betriebsausgaben abzugsfähig.

SVA-Bonus für sehr niedrige Einkommen

Ab dem 01.01.2020 werden zur Entlastung von geringverdienenden Selbständigen durch den Zuschuss des Bundes zum Krankenversicherungsbeitrag selbständige Erwerbstätige entlastet. Ebenso werden Dienstnehmer und Pensionisten durch die Erhöhung der maximalen SV-Rückerstattung in der Veranlagung begünstigt.

Die Begünstigung erfolgt dadurch, dass der Versicherte nur noch 6,8 % anstatt vorher 7,65 % Krankenversicherungsbeiträge leistet, die Differenz von 0,85 % wird vom Bund übernommen. Der Bund hat seine Leistung den entsprechenden Versicherungsträgern monatlich zu bevorschussen.

Erhöhung von Verkehrs- und Pensionistenabsetzbetrag

Geringverdiener, das sind Steuerpflichtige deren Einkommen EUR 15.500,00 pro Jahr nicht überschreitet, werden ab 01.01.2020 insofern entlastet, als ein Zuschlag von EUR 300,00 zum Verkehrsabsetzbetrag festgesetzt wird. Zwischen einem Einkommen von EUR 15.500,00 und EUR 21.500,00 gelangt eine Einschleifregelung zur Anwendung.

Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter  

Durch das Steuerreformgesetz 2020 wird die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von EUR 400,00 auf EUR 800,00, für Wirtschaftsjahre die nach dem 01.01.2020 beginnen, erhöht.

Grenzüberschreitender elektronischer Versandhandel

Für den Einfuhrversandhandel und dem innergemeinschaftlichen Versandhandel werden durch das Abgabenänderungsgesetz 2020 in Umsetzung der EU-Kommission Richtlinie neue Regelungen geschaffen. Es handelt sich um minimale Leistungsortregelungen, die Auswertung des MOSS-Systems auf die sonstigen Leistungen und die innergemeinschaftlichen Versandhandelslieferungen sowie in Beschaffung des IFRS-Systems für den Import-Versandhandel.

Für elektronische Plattformen, die Umsätze an Endkunden unterstützen, werden neue Verpflichtungen und Haftungen eingeführt. Davon profitiert nicht nur die Finanz sondern auch die steuerzahlenden Unternehmen in der EU, die nicht mehr mit Dritthandelsunternehmen konkurrieren müssen, die den Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt haben.

Ermäßigter Steuersatz für E-Books, E-Papers und andere elektronische Publikationen

Elektronische Publikationen wie E-Books, E-Papers oder ähnliche elektronische Druckwerke, die sich an physischen Druckwerken orientieren, unterliegen ab 01.01.2020 dem ermäßigten Steuersatz von 10 %. Nicht dem ermäßigten Steuersatz unterliegen Recherchendatenbanken, da hier die Dienstleistung im Vordergrund steht, elektronische Medien, die vollständige zumindest im Wesentlichen audio-visuelle Inhalte haben bzw. elektronische Medien, die eine Interaktionsmöglichkeit haben (z.B. Routenplanfunktion). Für Onlinezeitungsabos, die sich auf den Leistungszeitraum 2019 und 2020 erstrecken und die im Vorhinein fakturiert und bezahlt wurden, bedarf es einer Rechnungsberichtigung.

Besteuerung von Werbeleistungen auf digitalen Medien

Steuerschuldner sind Unternehmen bzw. Konzerne, die Anspruch auf ein Geld für die Durchführung einer Onlinewerbeleistung haben, mit der Einschränkung, dass sie einen weltweiten Umsatz von zumindest EUR 750 Mio. erzielen, wovon mindestens EUR 25 Mio. auf Onlinewerbung im Inland entfällt. Die Digitalsteuer beträgt 5 % des Entgelts, von welchem Ausgaben für Vorleistungen anderer Onlinewerbeleister abzuziehen sind.

E-Zustellung NEU

Soferne Empfänger zur elektronischen Zustellung registriert sind, sind Bundesbehörden mit Beginn des kommenden Jahres verpflichtet, Zustellungen elektronisch vorzunehmen. Ebenso werden Unternehmen verpflichtet, an der elektronischen Zustellung teilzunehmen. Ausnahmen von der Verpflichtung gibt es nur insofern, wenn Unternehmen über keinen Internetanschluss verfügen oder nicht zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet sind.

Neue Sozialversicherungswerte

Ab 01.01.2020 beträgt die Geringfügigkeitsgrenze EUR 460,66.

Die Höchstbeitragsgrundlage für Angestellte wird auf EUR 5.370,00 erhöht, für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlung auf EUR 6.265,00 p.m. sowie für Unternehmer auf EUR 75.180,00 p.a.

Die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung beträgt ab 01.01.2020 EUR 460,66 (EUR 5.528,04 p.a.).