Steuernews – Gutschein und Umsatzsteuer

16. Januar 2019

Im Rahmen der Änderung der Umsatzsteuerrichtlinien hat das Bundesministerium für Finanzen aufgrund einer EU-Richtlinie die umsatzsteuerliche Behandlung von ab Anfang 2019 ausgestellten Gutscheinen neu geregelt.

Ein Gutschein verpflichtet einen Unternehmer diesen als Gegenleistung für die Lieferung oder Dienstleistung anzunehmen, wenn die zu erbringende Leistung oder die Identität der möglich leistenden Unternehmer und die Einlösungsbedingungen auf dem Gutschein selbst oder in damit zusammenhängenden Unterlagen angegeben sind.

Die Umsatzsteuerrichtlinien unterscheiden zwischen Einzweckgutscheinen und Mehrzweckgutscheinen.
Ein „Einzweckgutschein“ liegt vor, wenn der Ort der Leistung und die dafür geschuldete Umsatzsteuer bei der Ausstellung des Gutscheins feststehen, wie z.B. der Gutschein eines Theaters für den Besuch einer Theatervorstellung oder der Gutschein für eine bestimmte Ware, der bei Übergabe der Ware als Zahlungsmittel eingelöst werden kann. Es ist daher bereits bei der Übertragung des Einzweckgutscheins von der Erbringung der Leistung, auf die er sich bezieht, auszugehen. Diese unterliegen nun auch der Umsatzsteuer, wenn sie später nicht eingelöst werden oder wenn sie von einem Dritten übertragen werden.
Bei einem „Mehrzweckgutschein“ handelt es sich um einen Gutschein, bei dem es sich nicht um einen Einzweckgutschein handelt. Die zum späteren Bezug von Waren nach freier Wahl oder nicht konkretisierten Dienstleistungen berechtigenden Mehrzweckgutscheine stellen bei Übertragung des Gutscheins noch keinen steuerbaren Vorgang dar. Erst zum Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheins wird die Umsatzsteuer fällig.

Die nunmehr für Mehrzweckgutscheine vorgesehene Regelung galt bis dato für alle Arten von Gutscheinen. Einmal mehr werden Regelungen, die bisher überschaubar waren bzw. leicht administrierbar waren, komplizierter geregelt und werden hier zu Schwierigkeiten in der Verwaltung führen.

Preiserstattungsgutscheine, das sind Gutscheine die zu einer nachträglichen Vergütung berechtigen und Preisnachlassgutscheine (Gutscheine die zum verbilligten Erwerb einer Leistung berechtigen) sind weder Einzweck- noch Mehrzweckgutscheine.