UMSATZERSATZ II

25. Februar 2021

für indirekt betroffene Unternehmen
November + Dezember 2020

Zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen, wurde eine neue Förderung beschlossen, über deren Eckpunkte wir Sie nachfolgend informieren möchten.

Die Richtlinie wurde am 16.02.2021 veröffentlicht (Link siehe unten). Leider sind sowohl die Berechnung als auch die Voraussetzungen und Wechselwirkungen mit den anderen bereits bestehenden Förderungen sehr komplex. Wir haben uns bemüht, Ihnen dennoch die Förderung verständlich und übersichtlich aufzubereiten.

Folgende Eckpunkte wurden beschlossen:

Der Umsatzersatz für indirekt erheblich betroffene Unternehmen (auch Umsatzersatz II genannt), kann ab einem Umsatzausfall von 40% unter unten angeführten Voraussetzungen beantragt werden.

Der Antrag erfolgt über FinanzOnline und ist ab 16.2.2021 bis 30.6.2021 möglich.

Der Förderungszeitraum ist November und Dezember 2020.

Auch Unternehmen, die den Umsatzersatz I (direkt betroffene Unternehmen) bereits beantragt haben, können den Umsatzersatz II beantragen, wenn Sie zusätzlich zu den Umsätzen aus der direkt betroffenen Branche auch noch Umsätze mit anderen direkt betroffenen Branchen erzielt haben (Mischbetriebe z.B. ein Lebensmittelhändler, der auf Weihnachtsmärkten tätig gewesen wäre (=direkt betroffen) und Gastronomiebetriebe beliefert hätte (=indirekt betroffen)).

Eine Übersicht der betroffenen Branchen (Branchenkategorisierung) finden Sie unter folgendem Link:

https://umsatzersatz.at/wp-content/uploads/2021/02/Branchenkategorisierung-Lockdown-Umsatzersatz-II-1.pdf

Voraussetzungen:

  • 40% Umsatzausfall November/Dezember 2020 verglichen mit November/Dezember 2019
  • Mindestens 50% Umsatzerzielung mit direkt betroffenen Branchen (s. Branchenliste Link oben)
  • Das Unternehmen/ der Antragsteller selbst ist in einer oder mehreren der in der Branchenkategorisierung angeführten Branchen tätig (s. Liste Link oben)
  • Sitz oder Betriebstätte in Österreich
  • Operative Tätigkeit in Österreich
  • Das Unternehmen erzielt Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb
  • Keine Kündigungen im Zeitraum November und Dezember ausgesprochen
  • Kein anhängiges Insolvenzverfahren (Ausnahmen möglich)

Berechnung:

In einem ersten Schritt ist der Prozentanteil der Umsätze, welche mit direkt betroffenen Branchen erzielt wurden zu ermitteln.

Der Umsatzersatz II beträgt sodann jenen Prozentsatz, den die jeweilige direkt betroffene Branche als Umsatzersatz I erhalten hat, wobei nur anteilig für jene Tage Umsatzersatz II gewährt wird, an denen die jeweilige direkt betroffene Branche geschlossen hatte und Umsatzersatz I beantragt werden konnte.

Beispiel: Unternehmer erzielt 60% seiner Umsätze mit der Gastronomie. Die Gastronomie erhielt für Dezember 2020 einen Umsatzersatz I von 50% und hatte den ganzen Dezember geschlossen. Somit sollte der indirekt betroffene Unternehmer 50% von 60% (30%) seiner Umsätze für 25 Tage im Dezember 2019 (7.-31.12.) als Umsatzersatz II erhalten, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind (Deckelung wie nachfolgend geschildert zu beachten). Nachdem der Umsatzersatz November für Schließtage bis 6. Dezember 2020 ausbezahlt wurde, ergeben sich für November maximal 36 Tage und für Dezember 25 Fördertage.

Wenn somit ein Unternehmer zu 100% seiner Umsätze mit einer direkt betroffenen Branche erzielt, erhält er prozentuell genau so viel Umsatzersatz wie die jeweilige betroffene Branche.

Der Umsatzersatz für indirekt betroffene Branchen ist wie folgt gedeckelt:

  • mit EUR 800.000
  • mit dem Umsatzausfall des Antragszeitraumes
  • die Kurzarbeitsbeihilfen des Antragszeitraumes dürfen den anteilig auf den Betrachtungszeitraum entfallenden Vergleichsumsatz 2019 nicht übersteigen.

 

Die EUR 800.000 Deckelung wird um folgende Förderungen gekürzt:

 

  • Fixkostenzuschuss 800.000 (vom Finanzamt automatisch abgezogen)
  • Lockdown Umsatzersatz I (vom Finanzamt automatisch abgezogen)
  • Haftungen im Ausmaß von 100% für Kredite zur Bewältigung der COVID-19-Krise, die von aws oder ÖHT übernommen wurden und noch nicht zurückbezahlt wurden.
  • Zuwendungen von Bundesländern und Gemeinden oder regionale Wirtschafts- und Tourismusfonds, die das Unternehmen in Zusammenhang mit der COVID-19-Krise und dem damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Schaden erhalten hat.
  • Bestimmte Covid-19-Zuschüsse aus dem Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds

Achtung:
Wird der Umsatzersatz II beantragt, dürfen für diese Zeiträume keine Anträge mehr auf Verlustersatz, Ausfallsbonus oder Fixkostenzuschuss 800 gestellt werden.

Antragstellung:

Die Antragstellung erfolgt über FinanzOnline und ist ab 16.2.2021 bis 30.6.2021 möglich. Der Antrag ist pro Unternehmen/Steuernummer zu stellen.

Im Antrag sind die erhaltenen Kurzarbeitsbeihilfen für November und Dezember 2020 anzugeben.

Die Beantragung erfolgt in der Regel durch einen Steuerberater/Bilanzbuchhalter. In bestimmten Fällen kann das Unternehmen den Antrag auch selbst stellen (siehe FAQ´s Link unten).

Selbstverständlich stellen wir den Antrag gerne für Ihr Unternehmen.

Bitte kontaktieren Sie uns unter office@wth.at oder direkt Ihren Sachbearbeiter/Ihre Sachbearbeiterin, wenn wir diesbezüglich für Sie tätig werden sollen.

Es erfolgt keine automatische Antragstellung durch das Finanzamt oder durch uns.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass diese Information auf dem derzeitigen Wissensstand basiert und wir werden Sie bei Änderungen selbstverständlich umgehend informieren.

Die Förderrichtlinie und nähere Details finden Sie unter den folgenden Links:

LINK 1:
https://www.umsatzersatz.at/wp-content/uploads/2021/02/VO-Lockdown-Umsatzersatz_Indirekt-Betroffene.pdf

LINK2:
https://www.umsatzersatz.at/indirekt/#faqs

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund und optimistisch!

Ihr WTH-Team

Diese Klienteninformation wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Es handelt sich um allgemeine Informationen die eine Beratung im Einzelfall nicht ersetzen können. Alle Informationen ohne Gewähr. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität.