Vereinfachte Gründung einer GmbH

20. April 2018

Nachdem man bereits seit 30.07.2017 ein Einzelunternehmen über das Unternehmensserviceportal (USP) gründen kann, ist nunmehr seit Jahresbeginn die vereinfachte GmbH-Gründung ohne Notar möglich.

Online können GmbHs nur für einen einzigen Gesellschafter, der sowohl eine natürlich Person ist als auch Geschäftsführer wird, gegründet werden. Die betreffende Person muss über eine Handysignatur verfügen und die standardisierte Errichtungserklärung im USP nutzen.
Das Stammkapital beträgt zwingend € 35.000,00, worauf, wie gewohnt, zumindest die Hälfte bzw. bei Gründungsprivilegierung zumindest € 5.000,00 einzubezahlen sind. Andere Konstellationen sind nicht möglich. Ebenso ist eine Umgründung nicht möglich, wenn zusätzlich Eignungsnachweise übermittelt werden müssen, wie z.B. Gründung einer Ärzte GmbH, Ziviltechniker GmbH, Steuerberatungs GmbH, Rechtsanwalts GmbH etc. Neben den für den Gründer entstehenden geringen Kosten entfällt nicht nur der Notariatsakt und die Musterzeichnung sondern auch das Zusammensuchen der dazugehörigen Formulare. Diese sind gesammelt als Formularsammlung im USP verfügbar.

Die vereinfachte GmbH-Gründung besteht aus drei Schritten:
1) Persönliche Kontoeröffnung bei der Bank
Es wird wie bisher – wie bereits angeführt – die Stammeinlage bei der Bank einbezahlt. Die Leistung der Musterzeichnung erfolgt durch die Bank. Die Bank übermittelt die Bankbestätigung, Identitätsnachweis und Musterzeichnung elektronisch an das Firmenbuch. Alle weiteren Schritte bietet das Unternehmensserviceportal und können daher von zu Hause aus durchgeführt werden.

2) Als zweiter Schritt muss ein Gründungskonto im USP angelegt werden. Hierfür wird die Handysignatur benötigt und man kommt zu den Gründungsformularen. Danach erfolgt als weiterer Schritt

3) die Dateneingabe: Hier besteht auch die Möglichkeit, dass einige Teile der Gründung Online und andere Teile vor Ort bzw. bei der Finanzamtsmeldung oder durch den Steuerberater vorgenommen werden. Hier wird eine Empfehlung offen gelassen, da an dieser Stelle Entscheidungen zu treffen sind, wie z.B. Kleinunternehmerbefreiung o.ä.

Es ist dennoch darauf hinzuweisen, dass eine e-Gründung nicht für jeden Gründer sinnvoll ist, da der fachliche Rat, die der Gründer sowohl beim Notar als auch an anderen Stellen erhält, entfallen kann und dabei Fehlentscheidungen passieren können.

Die Gerichtsgebühren betragen € 34,00 für die Eingabe und zusätzlich € 343,40 für die Eintragung. Das Bankkonto für den Gebühreneinzug darf nicht mit jenem identisch sein, auf das die Stammeinlage einbezahlt wurde. Bei mangelhafter Eingabe ergeht ein Verbesserungsauftrag, der fristgerecht zu erfüllen ist.

Es erscheint allerdings überlegenswert, ob man nicht doch erst eine GmbH nach erfolgter fachlicher Beratung gründen sollte. Alternativ zur e-Gründung über das USP gibt es auch die Möglichkeit zu einem vergünstigten Tarif eine GmbH beim Notar zu gründen. Die Möglichkeit der vereinfachten GmbH-Gründung ist vorerst bis 31.12.2020 möglich.

Als Gegenstück zur vereinfachten GmbH-Gründung über das USP planen die Notare eine Möglichkeit der digitalen GmbH-Gründung durch den Notar, wobei man sich den Weg in die Kanzlei des Notars erspart. Hierfür müssen allerdings erst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.