Verlustrücktrag und Investitionsprämien

24. August 2020

Nach einer ganzen Menge von Maßnahmen, wie zum Beispiel der Härtefallfond, der Fixkostenzuschuss, die Kurzarbeitsregelung, die Senkung der Lohn- und Einkommensteuer, Senkung der Umsatzsteuer für die Gastronomie, sowie die Steuerfreiheit der Corona-Prämien, etc. hat die Bundesregierung nunmehr mit dem Konjunkturstärkungsgesetz 2020 weitere Bedingungen zur Belebung der nationalen Wirtschaft ins Leben gerufen, um die heimischen Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise zu unterstützen.

Verlustrücktrag

Zusätzlich zu den bisherigen Möglichkeiten der Verlustverrechnung können Unternehmen ihre steuerlichen Verluste aus dem Jahr 2020 in die vergangenen Veranlagungszeiträume 2019 und 2018 rücktragen und dadurch gegebenenfalls mit Gewinnen dieser Jahre ausgleichen. Der Verlustrücktrag steht sowohl für Unternehmen im Anwendungsbereich der Einkommensteuer als auch der Körperschaftsteuer offen.

Für den Verlustrücktrag gelten prinzipiell dieselben Voraussetzung wie für den Verlustvortrag. Unter anderem müssen betriebliche Einkünfte vorliegen und es wird sodann die ordnungsgemäße Ermittlung der Einkünfte vorausgesetzt. Der Verlustvortrag ist betraglich mit maximal EUR 5 MIO gedeckelt und geht dem Verlustvortrag vor. Zur Geltendmachung des Verlustrücktrages ist eine Antragsstellung bezogen auf das Jahr 2019 bzw. 2018 erforderlich.

Für Unternehmensgruppen bestehen Sonderregelungen, um die Komplexität und den Verwaltungsaufwand gering zu halten.

Für Unternehmen, welche den Verlustvortrag nicht beantragen oder mangels Gewinne in den Jahren 2018 und 2019 nicht beanspruchen können, bestehen weiterhin die bisherigen Möglichkeiten der Verlustverrechnung.

COVID- Investitionsprämie

Um die österreichische Wirtschaft infolge der Corona-Krise zu unterstützen, hat die Bundesregierung mit der Investitionsprämie ein neues Förderungsprogramm entwickelt, welches einen Anreiz für Unternehmensinvestitionen schafft und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung von Betriebsstätten bzw. das Schaffen von Arbeitsplätzen und die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit leistet.

Bei der Investitionsprämie handelt es sich um einen steuerfreien nicht rückzahlbaren Zuschuss der grundsätzlich 7% der förderungsfähigen Investitionen bzw. 14% bei Investitionen im Bereich Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit beträgt. Gefördert werden Investitionen zwischen EUR 5000 und maximal EUR 50 MIO netto. Förderbar sind dabei materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen die zwischen dem 01.09.2020 und 28.02.2021 beim AWS beantragt und spätestens bis zum 28.02.2022 umgesetzt werden. Hierbei muss mit der Investition vor dem 01.03.2021 begonnen werden. Nicht förderungsfähig sind klimaschädliche Investitionen, aktivierte Eigenleistungen, Leasingfinanzierte Investitionen, Kosten die nicht im Zusammenhang mit einer unternehmerischen Investition stehen, der Erwerb von Gebäuden oder Gebäudeanteilen, der Bau und Ausbau von Wohngebäuden zum Verkauf oder zur Vermietung an Private sowie Unternehmensübernahmen oder Finanzanlagen.

Zuständig für die Abwicklung der Investitionsprämie ist die Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS).