Fixkostenzuschuss

29. Mai 2020

Die nächste bereits seit langem angekündigte Maßnahme zur Förderung von Unternehmern in der Corona-Krise läuft an: Der Fixkostenzuschuss.

Es sind nach wie vor noch viele Punkte unklar, Änderungen sind – wie uns die Vergangenheit gelehrt hat – nicht auszuschließen. Wir ersuchen daher um Verständnis, dass wir diese Unterlagen zwar mit größter Sorgfalt erstellt haben, wir jedoch nur die uns tagesaktuell vorliegenden Informationen verarbeiten können.

Nachträgliche Änderungen oder Auslegungen, die zu anderen Ergebnissen führen, können nicht ausgeschlossen werden. Gerne beraten wir Sie im Einzelfall. Die Förderrichtlinie mit weitergehenden Details finden Sie hier: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2020_II_225/COO_2026_100_2_1745028.html

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Fakten rund um den Fixkostenzuschuss für Sie zusammengefasst.

Voraussetzungen:

  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • operative Tätigkeit in Österreich, die zu Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb führt
  • Umsatzausfall von mindestens 40% im Vergleich vom Vorjahr bedingt durch die Corona-Krise
  • zumutbare Maßnahmen wurden gesetzt, um die Fixkosten zu reduzieren
  • Kein Finanzstrafverfahren in den letzten 5 Jahren vor Antragstellung
  • Keine Zins- oder Lizenzzahlungen an verbundene Unternehmen in Niedrigsteuerländern
  • Das Unternehmen darf sich am 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten befunden haben. (Das bedeutet im Wesentlichen: positives Eigenkapital, Änderungen der Definition sind gerade im Gespräch)
  • Kein Insolvenzverfahren eröffnet, bzw. Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nicht erfüllt
  • Anpassung der Entnahmen des Unternehmensinhabers bzw. der Gewinnausschüttungen im Zeitraum 16.3. bis 31.12.2020. Keine Auflösung von Rücklagen zur Erhöhung des Bilanzgewinnes, keine Ausschüttung von Dividenden oder rechtlich nicht zwingenden Gewinnausschüttungen, kein Rückkauf eigener Aktien im Zeitraum 16.3. bis 31.12.2020

Ausgenommen sind bestimmte Unternehmen (Banken, Versicherungen, öffentliche Unternehmen und große Unternehmen ab 250 Mitarbeiter mit Kündigungen)

Was wird gefördert – was sind Fixkosten?

  • Geschäftsraummieten und Pacht,
  • betriebliche Versicherungsprämien,
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen (ausgenommen an verbundene Unternehmen),
  • der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten,
  • betriebliche Lizenzgebühren,
  • Aufwendungen für Strom / Gas / Telekommunikation,
  • Wertverlust bei verderblicher oder saisonaler Ware, sofern diese aufgrund der COVID-19-Krise mindestens 50% an Wert verliert,
  • Personalaufwendungen, die ausschließlich für die Bearbeitung von krisenbedingten Stornierungen und Umbuchungen anfallen,
  • ein angemessener Unternehmerlohn (mind. EUR 666,67 pro Monat und max. EUR 2.666,67) und
  • für Fixkostenzuschüsse von unter EUR 12.000,00: ein angemessener Lohn für Steuerberater bis max. EUR 500,00
  • sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen

Von den Fixkosten sind Versicherungsleistungen, die diese Fixkosten im Versicherungsfall abdecken, in Abzug zu bringen. Bereits ausbezahlte Zuschüsse aus dem Härtefallfonds werden auf den Fixkostenzuschuss angerechnet.

Gefördert werden Fixkosten ab dem 16. März 2020 und längstens bis zum 16. September 2020 und für max. drei zusammenhängende Monate/Betrachtungszeiträume.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Der Fixkostenzuschuss ist gestaffelt und abhängig vom Umsatzausfall des Unternehmens:

  • 40-60% Umsatzausfall: 25% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten
  • 60-80% Umsatzausfall: 50% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten
  • 80-100% Umsatzausfall: 75% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten

Für eine Beantragung muss der Fixkostenzuschuss mindestens EUR 500,00 betragen.

Achtung: Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar und steuerfrei, jedoch sind die Ausgaben, die gefördert werden, in Höhe des gewährten Zuschusses steuerlich nicht abzugsfähig – tatsächlich kommt es dadurch doch zu einer Besteuerung „durch die Hintertür“!

Wie wird der Fixkostenzuschuss ermittelt?

Der Umsatzausfall wird wahlweise wie folgt ermittelt:

  • Entweder durch Vergleich des Umsatzes lt. Umsatzsteuergesetz des Quartals 2020 mit dem Umsatz des 2. Quartals 2019 oder
  • Der Umsatzausfall wird für einen der folgenden sechs Betrachtungszeiträume ermittelt wobei der Umsatz 2020 mit dem Umsatz des Vorjahres im gleichen Betrachtungszeitraum verglichen wird:

16.3.2020 bis 15.4.2020
16.4.2020 bis 15.5.2020
16.5.2020 bis 15.6.2020
16.6.2020 bis 15.7.2020
16.7.2020 bis 15.8.2020
16.8.2020 bis 15.9.2020

Anträge können für bis zu maximal drei Betrachtungszeiträume, die zeitlich zusammenhängen müssen, gestellt werden.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung erfolgt über Finanz-Online und ist seit 20.05.2020 nachmittags möglich.

Da Änderungen nicht auszuschließen sind und noch vieles unklar ist, ist ein Abwarten mit der Antragstellung jedenfalls sinnvoll. Anträge sind bis spätestens 19. August 2020 zu stellen.

Die Auszahlung erfolgt in Tranchen:

  • Erste Tranche: 50% des voraussichtlichen Fixkostenzuschusses – Antrag ab 20.05.2020
  • Zweite Tranche: zusätzlich 25% – Antrag ab 19.08.2020 (in bestimmten Fällen kann ab 19.08.2020 auch die Auszahlung von 100% beantragt werden, wenn bis dahin bereits alle geforderten „qualifizierten Unterlagen des Rechnungswesens“ vorhanden sind)
  • Dritte Tranche: Auszahlung des 25%igen Restbetrages – Antrag ab 19.11.2020

Wenn Sie selbst über einen Finanz-Online Zugang verfügen, so können Sie den Antrag selbständig über Finanz-Online einbringen. Für Zuschüsse der 1. Tranche bis zu EUR 12.000,00 ist keine Bestätigung des Steuerberaters über den Umsatzausfall und die Fixkosten erforderlich. Selbstverständlich stehen wir für Fragen bei der Antragstellung jederzeit zur Verfügung.

Gerne erstellen wir den Antrag für Sie. Wir sind gerade dabei das beste Prozedere hierfür zu definieren und informieren Sie in Kürze separat darüber, welche Unterlagen wir von Ihnen benötigen und wie der Ablauf der Antragstellung aussieht, wenn Sie die Antragstellung durch uns wünschen. Wir ersuchen um Verständnis, dass dies noch etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Wir tun unser Möglichstes Ihnen so gut und rasch als möglich zu helfen!

Bleiben Sie gesund und positiv!

Ihr WTH-Team

Diese Klienteninformation wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Es handelt sich um allgemeine Informationen die eine Beratung im Einzelfall nicht ersetzen können. Alle Informationen ohne Gewähr. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität.