Fremdwährungskursverluste

26. Februar 2018

Im Rahmen der Fremdwährungskredite haben Kreditnehmer in den letzten Jahren oft dramatische Kursverluste hinnehmen müssen. Die Kreditnehmer mussten bei Kursanstieg wie z.B. bei Schweizer Franken bis zu 50 % mehr in Euro zurückzahlen als ursprünglich als Kredit aufgenommen wurde.

Im Rahmen der Einkommensteuerrichtlinien, die als Interpretationshilfe des Einkommensteuergesetzes dienen, regelt das Einkommensteuergesetz, dass Kursgewinne zu einem Steuersatz von 27,5 % zu versteuern sind. Daher sind nach Meinung der Finanz, Fremdwährungskursverluste nur im Ausmaß von 55 % anderen positiven Einkünften gegen zu verrechnen.

Mit Erkenntnis vom 18.12.2017 hat der Verwaltungsgerichtshof nun dieser Meinung der Finanz widersprochen. Da dieses Erkenntnis die Fremdwährungskursverbindlichkeiten nicht mit Kapitalanlagen in Verbindung bringt, sind Fremdwährungskursverluste bei Unternehmen zu 100 % mit dem positiven betrieblichen Einnahmen auszugleichen. Die Finanz muss die Kursverluste in voller Höhe zu dem jeweiligen individuellen Steuertarif erstatten. Die Finanz wollte ursprünglich, dass man trotz der erlittenen Kursverluste nur einen Teil von 55 % steuerlich geltend machen konnte.

In Unternehmerkreisen war man immer schon der Ansicht, dass Verluste aus Fremdwährungen mit den jeweiligen Betriebsausgaben zur Gänze verrechnet werden können sollten. Nach diesem Urteil sind erlittene Fremdwährungskursverluste tatsächlich voll absetzbar. Dies hat allerdings den Nachteil, dass auch Unternehmen, die mit Auslandswährung einen Kursgewinn bei Krediten erzielen, diesen Gewinn ebenfalls zum vollen Satz zu versteuern haben.

Für private Kreditnehmer sind diese Verluste nicht mit anderen Einkünften ausgleichsfähig. Der private Kreditnehmer hat seine Kursverluste zu tragen und kann diese nicht gegenüber dem Fiskus geltend machen.

In jedem Fall sollte man bei noch nicht abgegebenen Steuererklärungen die Fremdwährungskursverluste zur Gänze geltend machen. Für bereits abgelaufene Jahre stehen Instrumente, wie z.B. ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens zur Verfügung. In jedem Fall sollte man darauf achten, dass auch in den vergangenen Jahren erlittene Fremdwährungskursverluste nicht verjähren.