Sachbezüge bei Dienstwohnungen

19. Oktober 2020

Über Sachbezüge bei Kraftfahrzeugen – ob elektrisch oder mit fossilen Brennstoffen betrieben – wird viel geschrieben. Aber auch „Dienstwohnungen“ können ein geldwerter Vorteil aus dem Dienstverhältnis sein und damit einen Sachbezug auslösen.

Beim Sachbezug für eine verbilligte oder kostenlos zur Verfügung gestellten Wohnung unterscheidet man zwischen einer Dienstwohnung und einer arbeitsplatznahen Unterkunft und einer Schlafstelle.

Einfache Unterkünfte wie Schlafstellen oder Burschenzimmer fallen nicht unter den Begriff Wohnung und lösen daher gar keinen Sachbezug aus, sofern diese Unterkunft nicht der Mittelpunkt des Lebensinteresses (quasi Hauptwohnsitz) ist.

Von einer arbeitsplatznahen Unterkunft spricht man dann, wenn das Interesse der Wohnung eher in der Sphäre dies Dienstgebers gelegen ist, als in der des Dienstnehmers. Folgende Parameter sind ausschlaggebend, dass es sich um eine arbeitsplatznahe Unterkunft handelt:

Die Größe des Wohnraumes darf 40 m² nicht überschreiten und die Dienstwohnung darf nicht Mittelpunkt des Lebensinteresses sein (der Gesetzgeber definiert den Mittelpunkt dermaßen, dass dieser Wohnsitz regelmäßig verwendet wird um das dringende Wohnbedürfnis des Dienstnehmers zu befriedigen). Außerdem muss die Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes sein. Abzustellen ist hier auf eine Erreichbarkeit innerhalb von 15 Minuten unabhängig von der Art des Verkehrsmittels. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die rasche Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes nicht notwendigerweise durch die Natur des Dienstverhältnisses bestimmt sein muss. Das bedeutet, dass eine arbeitsnahe Unterkunft auch dann eine solche bleibt, wenn die Arbeit eine solche gar nicht verlangen würde.

Für arbeitsplatznahe Unterkünfte es eine Begünstigungsregel:

Bis 30m² Wohnfläche gibt es keinen Sachbezug. Zwischen 30 und 40 m² Wohnfläche gibt es je nach Befristung Abschläge vom Richtwert laut Sachbezugsverordnung. Über 40 m² sind keine Abschläge möglich, es handelt sich um eine Dienstwohnung. Die Sachbezugswerte sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und betragen zwischen € 5,00 und € 8,60 pro m² und Monat. Genaueres findet sich in der Sachbezugsverordnung.

Zusammenfassung:
Dienstwohnung über 40 m² → immer Sachbezugswerde
Arbeitsnahe Unterkunft       → reduzierte Sachbezugswerte
Schlafstelle bis 30 m²          → kein Sachbezug

Bei mehreren Dienstnehmern in einer Wohnung ist der Sachbezug entsprechend der eingeräumten Nutzungsmöglichkeit auf die Anzahl der Dienstnehmer aufzuteilen. Wird der Wohnraum dem Dienstnehmer über das Ende des Dienstverhältnisses hinaus zur Verfügung gestellt, dann liegen Einkünfte aus einem Dienstverhältnis vor. Sollte in diesem Fall der Sachbezug so groß sein, dass daraus eine Lohnsteuerpflicht entsteht, so hat der Dienstnehmer dem Dienstgeber diese zu ersetzen, denn der Dienstgeber kann sie ja nicht vom Arbeitslohn einbehalten.