Über die Besteuerung von Kryptowährungen

18. Mai 2021

Wie Krypto-Assets wie Bitcoin und Co zu versteuern sind, hängt zuerst einmal davon ab, ob die Kryptowährungen im Betriebsvermögen oder im Privatvermögen gehalten werden. Assets, die im Betriebsvermögen gehalten werden, sind vor allem ein Bewertungsthema, und werden in der Folge nicht weiter behandelt. Vielleicht einmal an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt. Werden Kryptowährungen im Privatvermögen gehalten, sind Gewinne aus Zinsen und Verkäufen steuerbehaftet. Vorausgeschickt werden muss, dass Kryptowährungen keine offizielle Währung, sondern ein sonstiges unkörperliches Wirtschaftsgut ist. Dementsprechend erfolgt die Versteuerung. Werden Krypto-Assets zinstragend veranlagt, so unterliegen die Zinsen dem Sondersteuersatz in Höhe von 27,5 %. Auch Gewinne aus der Veräußerung von Bitcoins u.ä. werden unter dem Sondersteuersatz von 27,5 % belastet. Wurden Verkäufe von mehreren Tranchen angeschafften Assets getätigt, so ist das gleitende Durchschnittspreisverfahren anzuwenden. Das klingt relativ einfach, stellt in der Praxis allerdings einen großen administrativen Aufwand dar. Mehrere Hersteller bieten mittlerweile Berechnungstools an, die aus den Daten der Börsen die realisierten und damit steuerpflichtige Gewinne errechnen. Zur weiteren Dokumentation empfiehlt es sich, Screenshots einzelner wichtiger Transaktionen zu machen.

Erfolgt keine zinstragende Veranlagung, ist die Veräußerung oder der Tausch von Krypto-Assets als Spekulationsgeschäft steuerrelevant, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Kalenderjahr liegt. Unentgeltliche Vermögensübergänge wie Schenkungen oder Erbschaften zählen nicht, hier ist auf den Anschaffungszeitpunkt des Rechtsvorgängers abzustellen. Der Unterschied zwischen einzelnen Kryptowährungen ist ebenso steuerpflichtig, wie der Tausch einer Kryptowährung in Euro oder Dollar. Werden in einer virtual Wallet Krypto-Assets gehalten, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu unterschiedlichen Tageskursen angeschafft wurden, ist im Fall des Tausches in eine andere Kryptowährung oder eines Verkaufes das First-In-First-Out Verfahren anzuwenden. Kann der steuerpflichtige die Tranchen allerdings genau zuordnen, kann er eine beliebige Veräußerungsfolge herbeiführen. Umsatzsteuerrechtlich gilt folgendes:

Werden Zahlungsmitteln (Euro/Dollar) in Krypto-Assets umgetauscht und umgekehrt ist dies eine Umsatzsteuerfreie Tätigkeit: Werden Bitcoins als Zahlungsmittel versendet, ist diese Zahlung umsatzsteuerrechtlich so zu behandeln als wäre mit gesetzlichen Zahlungsmitten gezahlt worden.
Quelle: Natalie Enzinger, und BMF