Über die Verzinsung von Abgabenschulden und -guthaben

19. November 2021

Das Gesetz sieht eine Reihe von Bestimmungen über die Verzinsung von Abgabenrückständen und etwas eingeschränkt auch von Guthaben vor. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die zur Zeit gültigen Zinslandschaft bei der Finanzbehörde:

Anspruchszinsen
Bei Differenzbeträgen an Einkommen- oder Körperschaftsteuer, die sich Abgabenbescheiden in Gegenüberstellung mit den Vorauszahlungen ergeben, werden Anspruchszinsen verrechnet. Die Verzinsung geht zu Lasten und zu Gunsten des Steuerpflichtigen. Der Zinssatz beträgt zur Zeit 1,38 % p.a.

Beschwerdezinsen
Gegenstand der Verzinsung sind bereits entrichtete Abgabenschuldigkeiten, deren Höhe durch Erledigung einer Bescheidbeschwerde herabgesetzt werden. Die Höhe der Zinsen beträgt 1,38 % p.a. zu Gunsten des Abgabepflichtigen. Zur Geltendmachung ist ein Antrag notwendig.

Stundungszinsen
Für Abgabenschuldigkeiten, die gestundet oder in Raten bezahlt werden, fallen Zinsen in Höhe von 1,38 % p.a. vom offenen Betrag an. Übersteigt der offene Betrag € 750,00 nicht, fallen keine Zinsen an.

Aussetzungszinsen
Im Rahmen eines Rechtsmittelsverfahrens kann die Einhebung ausgesetzt werden, sofern der Bescheid nicht antragsgemäß erledigt wurde. Unterliegt man sind Zinsen in Höhe von 1,38 % p.a. für den Nachzahlungsbetrag zu begleichen.

Zinsen für COVID-Ratenzahlungen
Auch hier beträgt der Zinssatz 1,38 % p.a.

Quelle: Arbeitsbuch, Günther Hackl, Wien